Trauerfeier für Pierre Aubert in Neuenburg

Trauerfeier in Neuenburg

Fahnendelegation der Neuenburger Aktiven und Altzofinger

In der Kirche Collégiale beim Schloss von Neuenburg hat am 13. Juni 2016 die Trauerfeier für den verstorbenen alt Bundesrat Pierre Aubert stattgefunden. Fahnendelegationen der Neuenburger Aktivitas und der Altzofingia gaben ihm das Geleite. Die Feier wirkte familiär und damit sehr bescheiden und sympathisch, dem Wesen des Verstorbenen angepasst. Ein Verwandter schildert ihn aus erlebter Nähe, eine “politische” Ansprache gab es nicht.

Ausser der Familie und vielen Freunden – unter ihnen eine stattliche Zahl Zofinger, angeführt vom AZ Präsidenten Alain Corbellary v/o Gwynplaine – nahmen mehrere amtierende und alt Bundesräte von Pierre Aubert Abschied. Von der SP waren Simonetta Sommaruga und Alain Berset dabei, ferner Ruth Dreifuss, René Felber und Moritz Leuenberger. Aber auch Arnold Koller, Samuel Schmid und Eveline Widmer-Schlumpf waren gekommen. Spürbare Stille herrschte, als der Sarg hinaus getragen wurde, unter regenverhangenem Himmel. Dazu einige Bilder.

Bundesrat Pierre Aubert

Pierre Aubert (links), Bundespräsident 1983, mit dem amtierenden Bundespräsidenten 1982, Fritz Honegger (rechts).

Der Freiburger Centrealausschuss der AZ hatte den Hinschied von Pierre Aubert mit folgenden Worten bekanntgegeben:

Am 8. Juni 2016 ist Pierre Aubert gestorben, im Alter von 89 Jahren. Damit verliert der Schweizerische Altzofingerverein ein stark engagiertes Mitglied, das sich für das Land grosse Verdienste erworben hat und auch in Zofingerkreisen sehr aktiv mitwirkte. Er setzte Zeichen für eine dynamische Aussenpolitik, zeigte eine unerhörte Präsenz auf Reisen und bei engen Kontakten in allen Kontinenten. An der Spitze des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten EDA habe sich Pierre Aubert stets für eine offene und menschliche Schweiz eingesetzt, erklärte Bundespräsident Johann Schneider-Ammann zum Tod Auberts. “Wir schulden ihm Dank und Respekt”.

Der am 3. März 1927 in La Chaux-de-Fonds geborene Pierre Aubert hatte in Neuenburg Rechtswissenschaft studiert und das Anwaltspatent erworben. 1952 bis 1977 führte er hier eine Anwaltspraxis. Dem Neuenburger Kantonsparlament gehörte er 1961 bis 1975 an, 1969 war er dessen Präsident.  1977 wurde der Sozialdemokrat Aubert in den Bundesrat gewählt, dem er bis zu seinem Rücktritt 1987 angehörte. 1983 und 1987 wirkte Aubert als Bundespräsident. 1981 präsidierte er das Ministerkomitee des Europarates. Zwar war seinem grossen Einsatz für den Uno-Beitritt der Schweiz 1986 kein Erfolg beschieden, aber an seinem 75. Geburtstag stimmte das Schweizervolk dem Beitritt doch zu.

Wir trauern um einen engagierten, menschlich aufgeschlossenen und humorvollen Altzofinger, der sich um unser Land verdient gemacht hat. Ihm werden wir ein ehrendes Andenken bewahren.

Ronald Roggen v/o Chaplin, Centralpräsident des Schweizerischen Altzofingervereins

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