AZ-Besuch in der Synagoge von Endingen
Was die Solothurner Altzofinger auf dem jüdischen Kulturweg Endingen-Lengnau erwartete, war ein Erlebnis von ganz besonderer Art. Der Herbstanlass vom 25. Oktober 2015, vortrefflich gestaltet von AZ-X Roger Eltbogen v/o Scrotum, profitierte vom umfassenden Wissen Roy Oppenheims, der auf eine Unmenge einstürmender Fragen interessante und entschlüsselnde Antworten bereithielt. Roy Oppenheim vermittelte sehr anschaulich und begleitete die rund 15 Altzofinger und Damen auf einem Weg in die jüdische Kultur, der vor der Synagoge von Endingen im Surbtal seinen Anfang nahm. Mehr darüber auf der Website des Jüdischen Kulturwegs.
Dazu einige Bilder vom Besuch in Endingen.
Über Jahrzehnte hinweg durften Juden nur in den beiden Surbtaler Gemeinden Endingen und Lengnau wohnen. Was das Leben hier im Alltag und für die jüdische Religiosität bedeutete, konnten die Zofingergäste wohl nur erahnen. Von der Synagoge Endingen, erbaut von Caspar Joseph Leuch und beeindruckend durch Architektur, Bemalung und Ausstattung, ging es weiter zu den Wohnhäusern mit ihren doppelten Türen. Ein zweiter Höhepunkt dieses kühlen und nachdenklichen Tages präsentierte sich wortlos und still auf dem Gelände des alten Friedhofes, der 1750 zwischen den beiden Gemeinden errichtet werden durfte – es ist er älteste jüdische Friedhof der Schweiz überhaupt.
Und schliesslich wurde zum koscheren Mittagessen ins jüdische Altersheim Margoa geladen, das 1903 dank einer grosszügigen Spende von Seiten der Familie Meyer Guggenheim gebaut werden konnte. Es beherbergt heute auch nichtjüdische Pensionäre. Die Fragen hier: Wie wird koscheres Essen zubereitet, wie schmeckt es, was verbindet sich für den jüdischen Menschen damit?
Und immer wieder: Wie wurden die Juden mit ihren Vertreibungen und Bedrängungen überhaupt fertig? Zurzach mit seinen Messen bot eine Möglichkeit, Einkommen zu erlangen. Viel konnte es nicht gewesen sein. Das Berufsfeld und vieles andere mehr war von Einschränkungen geprägt. Ob man da als Christ nicht mit einiger Beschämung den friedlichen Weg wieder verlässt, der so offen und versöhnlich als Kulturweg daherkommt?



