Eine 200-Jahre-Zofingia-Jubiläumsuhr

                                          Kreation für das Jubiläum 2019

 

Wer kennt die Uhrenmarke „Ochs und Junior“? Ausser eingefleischten Uhren-Aficionados kennt kaum jemand die Marke, und sie wird nie den Bekanntheitsgrad von Rolex oder Omega erreichen; das will sie auch nicht. Das Zifferblatt dieser Uhr wird von keinem Marken-Logo verschandelt, und trotzdem erkennen die Eingeweihten eine „ochs und junior“ auf 20 Meter gegen den Wind.

Ludwig Oechslin

Ko-Gründer und technisches Gewissen dieser Marke ist Dr. Ludwig Oechslin, eine Legende in der schweizerischen Uhrenlandschaft: Nach Studien  in Altphilologie, Archäologie und Geschichte an der Uni Basel schloss er sein Studium in Theoretischer Physik 1983 mit der Promotion an der Uni Bern ab. Parallel zum Studium machte er eine Uhrmacherlehre (1984 Lehrabschluss, 1993 eidg. dipl. Uhrmachermeister).

Über 20 Jahre war Oechslin als freischaffender Entwickler für die Uhrenmarke Ulysse Nardin tätig. In dieser Zeit kreierte er die astronomische Trilogy, den Ewigen Kalender, die Sonata und den Freak  –  einige der innovativsten mechanischen Armbanduhren dieser Zeit. Von 2001 bis 2014 wirkte Oechslin als Direktor des Musée International d’Horlogerie in La Chaux-de-Fonds, dem weltweit bedeutendsten Uhrenmusem.

Klare Prinzipien

Die Uhrenfirma „Ochs und Junior“ gibt es seit zehn Jahren in Luzern. Und zwar erfolgreich. Dank – und zum Teil trotz – ein paar ehernen, der Mainstream-Kultur der „Haute Horlogerie“ diametral zuwiderlaufenden Geschäftsprinzipien:

  • Die Firma bleibt klein (exklusiv) , mit derzeit weniger als 150 ausgelieferten Uhren pro Jahr (spätestens bei 200 Uhren würde die Produktion gedrosselt, die Wartezeiten würden sich entsprechend verlängern).
  • Das Jahresbudget für Absatz und Werbung beträgt: CHF 0.00 (keine Hochglanzinserate, keine VIP-Events, keine teuren Marken-Ambassadore – auch keine billigen).
  • Es werden keine Uhren-, Schmuck- oder andere Messen besucht.
  • Die Uhren werden ausschliesslich direkt an den Kunden verkauft; kein Zwischenhandel (auf der grössten Internetplatform „chrono24“ mit über 350’000 Angeboten findet sich keine einzige „ochs und junior“!).
  • Klare Fixpreise pro Modell; es werden keine Rabatte gewährt; null.

Wie kann man mit einem solchen Geschäftsmodell erfolgreich sein? Dank Fokus auf höchste technische Qualität und unverkennbares, ans Bauhaus erinnerndes Design erfolgt die Werbung nur durch redaktionelle Beiträge (garantiert unbezahlt) in Print- und anderen Medien. Und zunehmend durch glaubwürdige Mund-zu-Mund Propaganda.

Vor rund zwei Jahren wurde ich auf „Ochs und Junior“ aufmerksam durch einen Artikel in einem Lifestyle Magazine (der NZZ Gruppe). Ich wollte mehr wissen und besuchte die Website der Firma: hochinteressant, hochprofessionell. Ich empfehle jedem Uhrenliebhaber einen Besuch (mindestens eine Stunde einplanen):

Jede „ochs und junior“ wird aus den von der Firma zur Verfügung gestellten Materialien und Elementen gemäss den Wünschen des Kunden individuell zusammengebaut. Das unverkennbare Grunddesign bleibt erhalten.

Also konfigurierte ich meine Wunsch-Titan-Uhr, und erhielt in der Folge noch ein paar persönliche (sehr wertvolle) Tipps, so dass ich seit anderthalb Jahren meine ochs und junior-Titanuhr inklusive Jahreskalender mit Freude und Stolz trage. Apropos Jahreskalender: dem Tüftler Oechslin gelang es, diese Komplikation (für die Patek Philippe 154 Einzelteile verbaut) mit sechs (!) mechanischen Bauteilen (3 Rädlein und drei Scheiben) zu realisieren. Das ist Engineering reduced to the max.

Die Idee für 2019

Bei einer Nachbesprechung in der Luzerner Boutique kam mir die Idee, die Uhrenfirma könnte eine Uhr für unser bevorstehendes 200-Jahr-Jubiläum kreieren. Beat Weinmann, Ko-Gründer und Geschäftsleiter, startete mit mir zusammen das Projekt für eine individuelle Zofingia-Jubiläumsuhr. Diese arbeitet dezent mit unseren Farben rot-weiss-rot, und als Novität bei ochs und junior erscheint der Zirkel als Aufdruck innen am Glas. Trotz des Zofingia-Designs ist sie eine echte ochs und junior geblieben – erkennbar auf 20 Meter gegen den Wind. Das Resultat ziert nun mein Handgelenk.

Die abgebildete Uhr kann nachbestellt, allenfalls modifiziert werden; ich beanspruche kein Copy-Right. Sie kostet CHF 8’000.00 im Titangehäuse (das einfachere Modell nur mit Datum, ohne Tag und Monat, käme auf CHF 6’000.00 zu stehen). Etwas luxuriöser wäre die Uhr im Sterling Silber Gehäuse für CHF 10’000.00. Interessenten melden sich per Mail bei Beat Weinmann.

Es ist zu beachten, dass die Lieferzeit etwa 15 Wochen beträgt. Wenn die Uhr also unter dem Christbaum liegen oder schon zu Beginn des Jubiläumsjahres ans Handgelenk soll, müsste die Bestellung im Sommer 2018 erfolgen. 

Willy Hersberger v/o Formfit, AZ

 

 

Eine Antwort zu Eine 200-Jahre-Zofingia-Jubiläumsuhr

  1. Es gibt auch “echte”Zofinger, die nicht so viel Geld haben für eine unnötige Uhr, denn sie haben schon eine! Es gibt auch Zofinger, die nicht im Geld schwimmen, und andere, die es nicht zugeben!

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