Der Curry aus Zofingersicht

“Drei Dinge braucht der Chemiker zum Leben: Luft, Liebe und Curry.” So eröffnet Leonhard Hagmann v/o Fledermuus, Präsident der Baselbieter Altzofingia, seinen erhellenden Beitrag zum gediegenen Buch natura obscura. In seinem Text “Scharfer Blick auf milden Curry” berichtet er über diese faszinierende indische Mischung, bei der sich bis 20 Gewürze um Kurkuma gruppieren. 

Doch was steckt chemisch präzise dahinter? Der zofingerische Fachmann breitet das auf Buchseite 82 gekonnt aus, für Laien schwindelerregend anspruchsvoll, aber auch appetitanregend. Es ist der neugierige Blick auf die Strukturen eines köstlichen Stoffes, von dem Fledermuus pro Semester doch ein ganzes Pfund verzehrt. Für die Beantwortung dieser Frage, die sich in den Sekunden zwischen Labor und Küche stellt, ist Fledermuus in höchstem Masse legitimiert. Schliesslich weiss der Chemiker – Naturstoffchemiker bei Sandoz Agro, LC-NMR-Spektroskopiker bei Novartis Crop Protection und NMR-Spektroskopiker für Strukturaufklärung von Agrowirkstoffen bei Syngenta – ganz genau Bescheid. Endlich ein Chemiker, der mit dem Löffel kulinarisch geniessen kann, was er zusammenbraut. Und so steigen chemische Signale über der Pfanne auf, die so köstlich und verführerisch duftet. Es ist auch für Laien eine empfehlenswerte, höchst anregende Lektüre, fürwahr. 

Das Buch erschien zum Jubiläum der Naturforschenden Gesellschaft Basel: Kurt M. Füglister, Martin Hicklin und Pascal Mäser: natura obscura. 200 Naturforschende – 200 Naturphänomene – 200 Jahre Naturforschende Gesellschaft in Basel. Basel 2017.

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