Zwei Zofinger Künstler – ein Thema: Reformation

Ferdinand Hodler und das Bekenntnis der Hannoveraner zur Reformation

Reformation! Bis 14. Januar 2018 zeigt das Kunsthaus Zürich zu diesem Gesamtthema eine beeindruckende Sammlung von Gemälden, die durch ihr Nach- und Miteinander so etwas wie ein Gespräch in Gang setzen. Es sind Werke vom 13. bis zum 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht Ferdinand Hodler, dazu kommt ein zweiter Zofinger: Albert Anker.

1911 hatte Hodler den Auftrag erhalten, für das neue Rathaus von Hannover ein grossformatiges Historienbild zu schaffen, das an den denkwürdigen Tag des 26. Juni 1533 erinnern sollte. Damals hatte die Bürgerschaft gegen den Willen der Obrigkeit auf den neuen Glauben geschworen. Nun hat Hodler zwei Jahre später für den Pariser Herbstsalon eine weitere, etwas kleinere und vor allem ofenere und farbintensivere Version geschaffen. “Einmütigkeit”, so lautete der Titel der beiden Bilder, die auch die Bedürfnisse der Vorkriegszeit verraten, in der sie geschaffen wurden.

 

Albert Anker: Die Kappeler Milchsuppe, geschaffen 1869

Wie könnte es anders sein: nach der Luther-Reformation jene von Zwingli. Nach Hodler eben Anker. Von diesem hängt in der Ausstellung das Bild von der Kappeler Milchsuppe, von der Verbrüderung der Reformierten und der Katholiken bei Kappel. Der Drang nach Frieden und Einmütigkeit steht klar im Vordergrund, ausgerichtet auf das grosse Becken Suppe. Die Krieger rücken in den Hintergrund. Das Volk macht sich bemerkbar – die Demokratie rückt voran. Welch ein zofingerischer Gedanke steckt doch in diesem prächtigen Bild!

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