Droht eine Diktatur der Alten?

Immer wieder wird in Zofingerkreisen davor gewarnt, die Jungen zu überstimmen und sie nicht selber entscheiden zu lassen. Auch an der Strategiesitzung vom 23. August 2017 war davon die Rede: dass die Aktiven eben ihre eigene Sicht der Dinge haben und dass die AZ nicht alles bestimmen dürften. Am selben Tag hat in den Medien der Vorschlag von Michael Hampe die Runde gemacht, Jungen ein stärkeres Stimmrecht zu geben. Der 1961 in Hannover geborene Hampe ist ordentlicher Professor für Philosophie an der ETHZ.

Ihn zitiert Yannick Nock in der Aargauer Zeitung unter anderem so: “Unter der Politik der Babyboomer werden künftige Generationen leiden”. Es drohe eine Diktatur der Alten. Hampe bringt eine “chronologische Gerechtigkeit” ins Gespräch: Sie gibt den Jungen bei Abstimmungen und Wahlen ein grösseres Gewicht. Wer länger mit den Folgen einer Entscheidung leben muss, soll stärkeren Einfluss nehmen können. “Das würde auch die politische Kutlur beleben”, berichtet Nock. 

Die Denkfabrik Avenir Suisse hatte schon ein Stimmrecht für Kinder ab Geburt vorgeschlagen. Bis zur Volljährigkeit könnten dann Eltern für ihre Kinder abstimmen gehen. Blosse Provokation?

 

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