Wandertour zu den Bildern des Genfer Zofingers Cingria

In Finhaut hat der Zofinger Alexandre Cingria ein riesiges Marienbild gemalt. Übrigens mit realen Gesichtern, die Frau unten beispielsweise ist Cingrias Tochter. Auch der Mann rechts von ihr hat real existiert. Hinter dem Bild gibt es also interessante Geschichten.

Finhaut, hoch über Vernayaz, kann getrost zu einem Pilgerziel der Zofinger werden. In der grossartigen Kirche, deren Pfarrei dem Abt von St-Maurice unterstellt ist, hat der Genfer Zofinger Alexandre Cingria (1879-1945) ein aussergewöhnliches Werk geschaffen, das eine Tagestour rechtfertigt. Man kann in Martigny oder Vernayaz den Mont-Blanc-Express besteigen und hinauf nach Finhaut fahren. Oder noch viel schöner: nur bis Les Marécottes und dort auf dem alten Kutschenweg nach Finhaut wandern. Überall gibt es Gelegenheit, sich mit Speis und Trank zu stärken, natürlich auch in Finhaut, wo man dazu die herrliche Alpensicht geniesst.  

Abtbischof Josef Mariétan hatte sich an die “Groupe Saint Luc et Saint Maurice” gewandt, die von Alexandre Cingria gebildet worden war, mit einer deutschen und einer franzöischen Untergruppe. Cingria sagte zu, und so entstand, aus der Hand der Gruppe, ein imposantes Gesamtwerk, auf das die Mittagssonne ein wunderbares Licht wirft, so dass man Glasfenster, Malereien und Skultpuren bewundern kann. Die Glasfenster, auch die Rose, stammen von Cingria. Bei einzelnen hat er mit anderen Künstlerinnen und Künstlern der Gruppen zusammengearbeitet. Die drei grossen Bilder an der Nordwand sind ebenfalls Cingrias Werk: Maria im Zentrum (s. Bild), flankiert von den Königen David und Salomo. Interessant: Cingria hat Bienenwachs eingesetzt, um die bilder vor Feuchtigkeit zu schützen. 

In der Zofinger Festschrift 2019 wird ausführlich über Cingrias Schaffen berichtet werden, auch über seine Präsenz in der Kathedrale von Lausanne und im Glasfenster-Museum von Romont. Und natürlich über seine Freundschaft mit Ramuz, die in der reichen Briefsammlung zum Ausdruck kommt. 

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